Unsere Geschichte

Über 100 Jahre Leidenschaft, Tradition und Wintersport im Erzgebirge.

Die wichtigsten Meilensteine

1922 — Gründung

Am 17. Oktober 1922 gründeten einige Turner die Wintersportabteilung im Turnverein Neuhausen; die Geburtsstunde des nordischen Skisports in Neuhausen.

1925 — Erster Schwartenberglauf

52 Läufer aus ganz Sachsen starten erstmals zum Wettlauf „Rund um den Schwartenberg“. 18 km, gemeinsam organisiert mit dem Wintersportverein Olbernhau. Eine Tradition ist geboren.

1933 — Hans Beer gewinnt

Hans Beer, genannt „Minus“, gewinnt den Schwartenberglauf mit 95 Startern. Mit der richtigen Wachsstrategie überholt er am entscheidenden Anstieg zur Buschecke über 30 Läufer. Eine Vereinslegende entsteht.

1951 — Neustart nach dem Krieg

Der Schwartenberglauf kommt offiziell wieder zur Durchführung. Johannes Braun aus Neuhausen wird Sieger. Neuhausen entwickelt sich erneut zu einem Begriff im sächsischen Skilanglauf.

1992 — Talentstützpunkt

Der Verein wird anerkannter Talentstützpunkt Skilanglauf des Skiverbandes Sachsens; der Grundstein für Weltklasse-Athleten wie Janko Neuber, Tom Reichelt und Anna-Maria Dietze.

2012 — Fusion zu Pulsschlag Neuhausen

Verschmelzung mit dem Sportverein „Pulsschlag-Erzgebirge e.V.“. Seither heißt der Verein Pulsschlag Neuhausen Erzgebirge e.V.

2023 — 100. Schwartenberglauf & Sachsenmeisterschaft

Ein historisches Jubiläum: Der 100. Schwartenberglauf wird als Sachsenmeisterschaft im Skilanglauf ausgerichtet. Ein Fest für den gesamten sächsischen Skilanglauf.

Die vollständige Vereinschronik

Der Anfang des Vereins und des Schwartenberglaufes

Am 17. Oktober 1922 gründeten einige Turner die Wintersportabteilung im Turnverein Neuhausen — das war die Geburtsstunde des nordischen Skisports in Neuhausen!

Im darauf folgenden Winter wurden die ersten Wettkämpfe am Schwartenberg ausgetragen, die bis 1923/24 örtlichen Charakter hatten. 1925 erging erstmalig eine Einladung zu einem Wettlauf „Rund um den Schwartenberg“, der zusammen mit dem Wintersportverein Olbernhau organisiert wurde. 52 Läufer aus allen Gegenden Sachsens nahmen teil. Unter den Neuhausener Wettkämpfern finden sich die Namen: Fritz Helbig, Max Vörtler, Reinwald Helbig, Emil Schmieder, Helmut Zimmermann, Hans Hüttel, Herbert Heym, Kurt Mende und Heinz Lorenz. Es war ein Langlauf über 18 Kilometer.

1928 versuchten sich unsere Skiläufer erstmals auf einem provisorischen Hügel im Springen — so musste eine Schanze gebaut werden. Mit Fleiß und Ausdauer entstand am Fuße des Schwartenberges die Schwartenbergschanze. Den Weihesprung machte im Winter 1929/30 Helmut Scheinpflug aus Neuhausen. Der gleichzeitig stattfindende Lauf hatte inzwischen bereits 140 Teilnehmer.

Die Geschicke des Vereins lenkte damals Erich Matthes, dem besonders das Aufblühen des Wintersports in Neuhausen zu verdanken ist.

„In der 2. Februarwoche 1933 war der bekannte und beliebte Schwartenberglauf über 18 Kilometer ausgeschrieben (Start: 10.00 Uhr auf dem Schwartenberg, 789 Meter Höhe). Es waren 95 Läufer am Start. Der Lauf führte vom Schwartenberghaus über die Kammbaude nach Bad Einsiedel und weiter durch das Tiefe Tal, bergauf zur ehemals Langerschen Wirtschaft bis zur Buschecke. Die letzten 1000 Meter bergab bis zum Ziel. Am Tag des Laufes schneite es früh (…) Unterhalb der Wirtschaft Langer ging es ziemlich steil bergauf bis zur Buschecke — und da wurde der Lauf entschieden. Fast zwei Drittel der Läufer hatten Ballen am Ski. Ganz anders bei mir: Der Neuschnee blieb leicht auf meiner Skisohle, und ich konnte die meisten Läufer überholen. Mein erster großer Sieg wurde im inzwischen abgebrannten Erbgericht gefeiert.“

Hans Beer, 1993 (Sieger des Schwartenberglaufs 1933)
Die Nachkriegszeit

Die weitere Entwicklung des Wintersports in Neuhausen wurde wie anderswo durch den Zweiten Weltkrieg jäh unterbrochen. Nur ein kleiner Teil der ehemals Aktiven kehrte heim.

Wie überall in Europa begann sich nach 1945 das Leben nur langsam zu normalisieren. Unter beschwerlichsten Bedingungen fassten Sportler wie Erich Herklotz, Alfred Hengst, Horst Kempe, Walter Feldmann, Herbert Hegewald, Kurt Fritzsche und Gottfried Müller wieder Mut und schmiedeten erneut eine Gemeinschaft von Skisportlern zusammen.

Der Schwartenberglauf kam 1951 wieder offiziell zur Durchführung — Johannes Braun aus Neuhausen wurde Sieger. Neuhausen und der Schwartenberglauf wurden durch hervorragende Wettkampfbedingungen schnell wieder zu einem Begriff im sächsischen Skilanglauf.

Der Skisport in der DDR

Die Begeisterung der Sportler und Bürger von Neuhausen ermöglichte 1952/53 den Bau der „Schanze der Einheit“ — 20.000 freiwillige Arbeitsstunden wurden geleistet, was einer Kosteneinsparung von 80.000 Mark der damaligen Währung entsprach.

Neuhausen erlebte in den 50er und 60er Jahren herrliche nationale und internationale Skiveranstaltungen. Kein Geringerer als Helmut Recknagel, Olympiasieger und Weltmeister im Spezialsprunglauf, setzte 1961 auf der „Schanze der Einheit“ den Rekord auf 62 Meter. 1970 fanden die letzten Sprungläufe statt, 1973 erfolgte der Abriss. Seit 2011 erinnert eine Gedenktafel am ehemaligen Schanzentisch an diese Zeit.

Von 1964 bis 1989 war Neuhausen Trainingszentrum Ski Nordisch. Olympiateilnehmer Gerhard Grimmer vom ASK Oberhof erkämpfte 1970 in Neuhausen unter Beteiligung der gesamten DDR-Spitze den Landesmeistertitel auf der 50-km-Strecke.

Die Hochzeit des Schwartenberglaufes

1973 war es der 50. Schwartenberg-Jubiläumslauf — die gesamte DDR-Nationalmannschaft der Damen und Herren nahm teil, mit dem Neuhausener Johannes Braun als Trainer. Gerhard Grimmer gewann auch diesen Jubiläumslauf.

Mehr und mehr setzte sich das Schleifenlaufen auf schneesicherem Gebiet durch. Start und Ziel am Bad Einsiedel wurde zur besten Möglichkeit — und ist es bis heute geblieben.

Leider ließ besonders seit 1989 die Härte und Beständigkeit der Winter spürbar nach. Zwischen 1989 und 2002 konnte der Schwartenberglauf in 14 Jahren 7 Mal nicht durchgeführt werden. In den letzten Jahren hat sich dieser Trend erfreulicherweise nicht fortgesetzt.

Die Nachwendezeit

Seit 1992 ist der Verein anerkannter Talentstützpunkt Skilanglauf des Skiverbandes Sachsens. Die Vereinsräumlichkeiten wurden in den vergangenen Jahrzehnten häufig gewechselt — vom Schießstand am Deutschen Haus über die „Halunkenburg“ am Kino bis zur heutigen Heimat an der Karl-Liebknecht-Straße, die 2016/2017 mit Fördermitteln vollständig saniert wurde.

Nach der Auflösung des WSV Seiffen im Jahre 2004 vergrößerten sich Einzugsgebiet und Mitgliederzahl spürbar. Im Jahre 2012 erfolgte die Verschmelzung mit dem Sportverein „Pulsschlag-Erzgebirge e.V.“ — seither heißt unser Verein Pulsschlag Neuhausen Erzgebirge e.V.

Der Schwartenberglauf wurde seit dem Winter 1996/97 als Ranglistenwettkampf der AK 10–15 in der klassischen Technik eingestuft — was bis heute für ansprechende Teilnehmerzahlen sorgt.

Als Mitgründer und Ausrichter der 2008 ins Leben gerufenen Junior Trophy Erzgebirge liegt unser Verein richtig im Trend. Viele Einzelsiege sowie die Gesamtsiege 2011 in der Sommerserie sowie 2010/11 und 2011/12 in der Winterserie sind der beste Beweis.

Unser Verein hat eine große Tradition. Gleichwohl gilt es für uns nicht, die Asche aufzubewahren, sondern die Flamme weiter zu tragen!